Can insects solve the global protein gap? | Alfa Laval

Können Insekten die globale Proteinknappheit lösen?

Die Verwendung von Insekten als Proteinquelle kann potenziell dazu beitragen, die Welt zu ernähren, allerdings in erster Linie als Viehfutter. Alfa Laval und Bühler Insect Technology Solutions (BITS) liefern die Produktionsprozesse.

DATUM 2022-01-27 AUTOR Paul Connolly FOTO Getty Images

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Die Weltbevölkerung und ihr Fleischkonsum wachsen in noch nie dagewesenem Ausmaß, während immer weniger Land für die Lebensmittelproduktion verfügbar ist. Geschätzte 85 % des potenziell landwirtschaftlich nutzbaren Lands der Erde sind bereits für die Lebensmittelproduktion gesichert. Bis 2050 soll die Weltbevölkerung aber auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen. Das erfordert einen Anstieg von 50 % in der Bereitstellung hochwertiger Proteine. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass diese Zahlen nicht gerade vorteilhaft für die Menschheit sind.

Dieser Zustand lässt sich nicht langfristig aufrechterhalten. Wie ernähren wir also zukünftig die Welt? Eine mögliche Antwort auf diese Frage sind Insekten.

Die Insektenzucht ist jedoch eine relativ neue Idee. Bis vor Kurzem fanden die meisten Versuche noch rein experimentell und im kleinen Maßstab statt. Das änderte sich 2017 mit der Gründung von Bühler Insect Technology Solutions (BITS), einem Joint Venture des Lebensmittelspezialisten Bühler und des führenden Insektenverarbeiters Protix.

Die Verbindung von Protix’ Fachwissen über die Aufzucht von Insekten mit Bühlers Erfahrung in der Lebensmittelund Futterverarbeitungstechnologie hat das Ziel, eine industrielle Insektenzucht und -rohstoffverarbeitung zu entwickeln.

Zu dieser Zeit suchte Bühler auch nach neuen Partnern, um seinen Betrieb zu erweitern, insbesondere durch die Bereitstellung von Technologien für Wärmeübertragung und Flüssigkeitsabscheidung.

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Alfa Lavals Rolle in der Protein-Revolution

Alfa Laval hatte Protix zuvor Verarbeitungstechnologie geliefert und suchte ebenfalls nach Möglichkeiten,
um sein Angebot auf dem wachsenden Markt der Insektenverarbeitung zu verstärken.

Laut Andreas Aepli, CEO von BITS, ist Alfa Laval in diesen Technologien klar führend, doch die Entscheidung zur Zusammenarbeit basierte vor allem auf einem gemeinsamen Verständnis.

„Ich glaube, wir haben schon am ersten Tag der Zusammenarbeit erkannt, dass wir ähnlich denken. Beide Unternehmen legen den Schwerpunkt auf langfristige Qualitätsführerschaft und genießen einen ähnlichen Ruf
auf dem Markt. Unsere Technologiekompetenzen überschneiden sich außerdem nicht, sondern ergänzen
einander“, so Aepli.

Sumit Pingle, Vice President Agro & Protein Systems bei Alfa Laval, sieht das genauso.

„Ihre und unsere Art zu arbeiten brachte uns schnell zusammen: ihr Team und unser Team, Andreas und mich. Da stimmte einfach die Chemie.“

Eine Futterquelle für Tiere

BITS war sich von Anfang an über eines im Klaren: Die großen Gewinne in puncto Ernährungssicherheit und
Umwelt liegen nicht in einer veränderten Ernährungsweise der Menschen, sondern in Veränderungen bei der
Ernährung der Nutztiere – und dabei spielen Insekten eine Rolle.

„Die meisten Leute interessieren sich für Insekten als menschliche Nahrung“, erklärt Aepli. „Ich denke, dass das ein Geschäft ist und dieses Geschäft wachsen wird. Allerdings sind die Mengen noch zu gering, um
sich wirklich auf unser Ernährungssystem auszuwirken.“

Sie sollten also nicht so bald Insektenburger der Marke BITS in den Supermarktregalen erwarten.

Der Schwerpunkt liegt stattdessen primär auf der Tierfutterproduktion, das aus der Insektenzucht gewonnen
wird, was sehr viel nachhaltiger und effizienter ist. Um ein Kilogramm insektenbasiertes Protein zu produzieren, sind zwei Kilogramm Futter nötig. Um die gleiche Menge tierisches Eiweiß mit Rindern zu erzeugen, sind dagegen 20 kg Futter erforderlich.

Außerdem benötigt die Produktion eines Kilogramms Insekten-Protein wesentlich weniger Platz: nur einen Quadratmeter nicht landwirtschaftlich nutzbarer Fläche. Anstatt also große Felder für den Sojaanbau für die Viehfutterproduktion zu nutzen, braucht man nur eine Fläche, die kleiner ist als ein Parkplatz. Auf diese Weise hat die industrielle Insektenproduktion auch das Potenzial, große Flächen Land freizugeben, die derzeit für den Futtermittelanbau verwendet werden.

Darüber hinaus wandeln Insekten Nahrungsabfälle in verwertbare Proteine um und sorgen so für einen nachhaltigeren Produktionszyklus für Lebensmittel.

„Insekten steigern im Grunde den Wert dieser Nahrung“, erklärt Aepli.

Sie gewinnen die Proteine aus dem Nahrungsabfall und kombinieren sie neu. Wir bringen diese Proteine dann als Futter oder Düngemittel wieder in den Nahrungskreislauf.
Anderas Aepil, CEO von Bühler Insect Technology Solutions (BITS)

Qualität und Fachwissen

Der Schritt von BITS hin zur industriellen Insektenverarbeitung war mit Herausforderungen verbunden. Standardisierung ist entscheidend für eine gleichbleibende Qualität. Eine sichere und effiziente Insektenzucht erfordert eine sorgfältige Klimakontrolle und biologisch sichere Umgebungen – was in dieser Größenordnung nicht einfach zu erreichen ist.

Aepli weist außerdem darauf hin, dass die verschiedenen Produktionsfelder unterschiedliche Fähigkeiten
erfordern.

„Sie können in der Regel nicht von einem einzelnen Partner oder einem einzelnen Unternehmen allein erbracht werden. Das ist einer der entscheidenden Punkte der Partnerschaft zwischen Bühler und Alfa Laval: Letztere haben Erfahrung mit Teilen des Prozesses, für die wir keine Experten sind“, erklärt er.

„Jemanden zu haben, der auf diesem Gebiet absolut kompetent ist, verhilft uns zu einer besseren Lösung.“

Die Zusammenarbeit funktioniert: Die erste Anlage eines Kunden ist seit Juni in den Niederlanden erfolgreich
in Betrieb und weitere sind bereits in der Entwicklung.

BITS hat mit Pingles Team bei Alfa Laval auch bereits an maßgeschneiderten Lösungen für seine Kunden gearbeitet und entwickelt zurzeit weitere Anlagen.

Die Aussichten für diese dynamische und innovative Zusammenarbeit sind gut. Denn sie stellt einen Quantensprung in der Insektenverarbeitung dar, der immense Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und den Planeten haben wird.

 

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Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Global Goals) für 2030 verabschiedet, zu deren Erreichung sich die Staats- und Regierungschefs verpflichtet haben. Nun liegt es an Unternehmen wie unserem, den Weg dorthin zu beschreiten.

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Schwarze Soldatenfliege

Die Larve der Schwarzen Soldatenfliege ist bekannt für ihren kurzen Wachstumszyklus und die große Leistungsfähigkeit beim Abbau organischen Materials. Deshalb hat BITS sie für die Verarbeitung von Insekten-Protein ausgewählt.

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Insektenzucht trägt zur Kreislaufwirtschaft bei, da dabei Nahrungsabfälle in eine Proteinquelle für Futter und Düngemittel verwandelt werden.

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Insektensnacks

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Insekten gelten in Teilen Asiens und Afrikas seit Langem als Delikatesse. Seit einigen Jahren bieten immer mehr Restaurants in Europa ihren Gästen Insektengerichte an.

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