Mehr Pflanzenprotein: Innovation treibt den Wandel
Die weltweite Nachfrage nach Proteinen steigt stetig und gleichzeitig wird die Weltbevölkerung bis 2050 deutlich wachsen. Um die Ernährungssicherheit langfristig zu sichern, braucht es neue und nachhaltige Wege, Proteine zu produzieren. Innovation und technologische Fortschritte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Bis 2050 müssen wir bis zu 70 Prozent mehr Lebensmittel herstellen – eine Herausforderung, die nur mit neuen Ideen und intelligenten Lösungen zu bewältigen ist (UN, 2019).
DATUM 2026-03-10
Pflanzliche Proteine werden einen entscheidenden Beitrag zur Lösung leisten. Ihre Herstellung ist kostengünstiger als die von tierischen Proteinen und sie verursachen weniger Umweltbelastung. Dennoch stellen sie die Lebensmittelindustrie vor besondere Herausforderungen, da ihre Löslichkeit, Schaumbildung, Emulgierung und Gelbildung vergleichsweise gering ausgeprägt sind.
Traditionell gelten die Dekanter von Alfa Laval als bewährte Technologie zur Abtrennung pflanzlicher Proteine, wenn es darum geht, pflanzliche Proteine zu separieren. Die Struktur und das daraus resultierende Verhalten der Proteine innerhalb dieser Maschinen machen den Prozess jedoch vergleichsweise ineffizient.Für Protein-Isolate in ausreichender Qualität sind große Dekanter und niedrige Durchflussmengen notwendig, was zudem zu unvermeidbaren Produktverlusten führt.
Hier kommt das globale Sales‑ und Technologie‑Team von Alfa Laval im Bereich Agro & Protein Systems ins Spiel, das mithilfe einer Leitung, die neue Ideen und Lösungen fördert, ein neues Verfahren entwickelt. Dieses spart Energie, liefert mehr und hochwertigere Proteine und senkt gleichzeitig die Betriebskosten.
Das neue Plant Protein Separation System von Alfa Laval wurde von Process Engineer Joosep Masik und seinem Team entwickelt. Entstanden ist es mit dem klaren Wunsch, im Markt wettbewerbsfähiger zu werden.
„Im Grunde begann alles aus Frustration“, erklärt Joosep. „Wir waren enttäuscht, dass unsere Systeme zur Proteintrennung immer teurer wurden, weil wir zwei Dekanter einsetzen mussten. Gleichzeitig hatten wir das Gefühl, dass wir damit künftig nicht mehr wettbewerbsfähig sein würden. Wir wollten etwas Neues entwickeln, etwas Einzigartiges, das uns im Markt klar unterscheidet.“
In einem unterstützenden Umfeld und einer Kultur, die anpackt, machte sich das Team an die Arbeit. Aus ersten Ideen wurden Labortests, die bestätigten, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Es folgte eine umfangreiche Versuchsreihe im Testzentrum von Alfa Laval in Kolding, Dänemark. Als das Team überzeugt war, die passende Lösung gefunden zu haben, entstand das neue Plant Protein Separation System.
Durch den Einsatz der TopStream Separatorenzentrifuge in der ersten Trennphase und eines Waschdekanters in der zweiten Phase konnte das Team sowohl die Produktionskapazität als auch die Qualität des Proteinisolats steigern. Gleichzeitig wurden der Energieverbrauch und die gesamten Betriebskosten gesenkt.
„Mit diesem System haben wir das Potenzial beider Maschinen voll ausgeschöpft“, sagt Joosep. „Der TopStream bietet eine höhere Durchsatzleistung und eine bessere Trennwirkung, aber der Dekanter ist ein unverzichtbarer letzter Schritt – er sorgt für ein trockeneres Endprodukt und minimiert Produktverluste.“
Die Unterstützung des Managements war entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung des neuen Plant Protein Separation Systems. Es wurden Zeit, Ressourcen und Freiräume im vollen Arbeitsalltag geschaffen, um den Fortschritt zu ermöglichen.
„Nachdem wir die Idee entwickelt hatten, mussten wir beweisen, dass sie funktioniert“, sagt Joosep. „An diesem Punkt musste ich auf meine Vorgesetzten zugehen, weil wir Zeit und Ressourcen brauchten. Es war ein großer Vertrauensvorschuss, aber sie haben uns die Genehmigung für die notwendigen Tests gegeben. Wir haben zwei Tests durchgeführt: Der erste zeigte, dass es machbar ist, und der zweite, wie wir es in unsere Lösung integrieren können. Ohne die Unterstützung unserer Vorgesetzten hätten wir das nicht geschafft.“
Neben höheren Ausbeuten, größerem Durchsatz, schonender Produktbehandlung und kontinuierlicher Feststoffaustragung ist das Plant Protein Separation System auch energieeffizienter. Die TopStream Separatorenzentrifuge verbraucht deutlich weniger Energie als herkömmliche Produktionsverfahren.
„Im Grunde ist dies eine nachhaltigere Lösung, da weniger Energie benötigt wird. Wir sind außerdem überzeugt, dass das neue System zu kompakteren Anlagen führt, die weniger Edelstahl für die Herstellung benötigen. Das ist ein weiterer klarer Vorteil, mit dem wir den CO₂-Fußabdruck der Verarbeitung reduzieren können“, sagt Joosep.
Auch für die Arbeitszufriedenheit war es sehr bereichernd, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen Ideen entwickeln und eine positive Lösung für ein potenziell marktbegrenzendes Problem finden zu dürfen.
„Eines der besten Dinge an meinem Job ist, dass wir dazu ermutigt werden, innovative Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, sagt Joosep. „Natürlich muss man Risiken eingehen, wenn man innovativ sein will, aber das kann sich enorm auszahlen. In diesem Fall haben wir eine einzigartige Chance genutzt, um in diesem Bereich Pionierarbeit zu leisten.“
Ausgewählte Schlüsseltechnologien
Haben Sie gerade ein Unternehmen im Bereich alternativer Proteine gegründet?
Bei Alfa Laval begleiten wir Sie auf jedem Schritt Ihres Weges und helfen Ihnen, Ihre Ideen zu verwirklichen. Von der ersten Beratung bis hin zur laufenden Unterstützung steht Ihnen unser Team zur Seite, damit der Prozess reibungslos und stressfrei verläuft. Besuchen Sie unsere spezielle Seite für Start-ups, um mehr über Testmöglichkeiten und Konzeptprüfungen, unser Produktportfolio, Kundenberichte und Webinare sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu erfahren.