Lebensmittel der Zukunft: Innovationen für die nächste Ernährungsrevolution in Singapur fördern
Die dringende Notwendigkeit, ein nachhaltiges, widerstandsfähiges und robustes Lebensmittelsystem für die Zukunft zu entwickeln, steht im Mittelpunkt der globalen Food-Tech-Branche. Dies hat in Singapur höchste Priorität, da Faktoren wie Klimawandel und geopolitische Turbulenzen eine ständige Bedrohung für ein Land darstellen, das 90 Prozent seines Lebensmittelbedarfs importiert.
DATUM 2026-01-16
Das mit dieser Abhängigkeit von importierten Lebensmitteln verbundene Risiko hat Unternehmen im schnell wachsenden alternativen Lebensmittelsektor Singapurs dazu veranlasst, gemeinsam die Agrar- und Ernährungswirtschaft des Landes zu transformieren – im Einklang mit dem Regierungsziel „30 by 30“: Bis 2030 sollen 30 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs im eigenen Land produziert werden.
Ein Unternehmen an der Spitze dieser Entwicklung ist ScaleUp Bio. Gegründet 2022 als Joint Venture zwischen einem weltweit führenden Unternehmen für Ernährung und Lebensmittelverarbeitung und einer Firma, die sich auf die Kommerzialisierung und Weiterentwicklung neuer nachhaltiger Nahrungsquellen konzentriert, ist ScaleUp Bio eine Pilot-CDMO (Contract Development and Manufacturing Organization) im industriellen Maßstab.
ScaleUp Bio hat in Singapur zwei lebensmitteltaugliche Präzisionsfermentationsanlagen in Betrieb genommen, die mit Hochgeschwindigkeitsseparatoren und Membrantechnologie von Alfa Laval ausgestattet sind.
Mit Kunden in den USA, Europa, Australien und Asien, die bereits Kapazitäten gebucht haben, bietet ScaleUp Bio Start-ups und etablierten Unternehmen modernste Anlagen, Fachwissen, Erfahrung und wichtige Dienstleistungen, um neue Lebensmittelinnovationen vom Labor bis zur kommerziellen Produktion zu entwickeln.
Johan Agrell, Global Head of Next-generation Food und VP, sowie ein Team von Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen von Alfa Laval arbeiteten während der gesamten Planungs- und Ausschreibungsphase beider Projekte eng mit ScaleUp Bio zusammen. Für das erste Projekt schlug Alfa Laval eine flexible Separationslösung in Form des PureFerm 250 Hochgeschwindigkeitsseparators vor, der in unterschiedlichen Konfigurationen betrieben werden kann.
„Wir wollten die Besonderheiten und den Mehrwert der Alfa Laval Lösung aufzeigen, um zu demonstrieren, dass wir Prozessexperten sind – ein Partner, mit dem sie zusammenarbeiten und dem sie vertrauen können, um diese Anwendung in einer aufstrebenden Branche zu entwickeln“, erklärt Johan. „Der PureFerm Separator bietet mehrere Vorteile: Er ist vollständig hermetisch, der Energieverbrauch wird um bis zu 40 Prozent reduziert und er kann je nach Konfiguration für kontinuierlichen oder intermittierenden Feststoffaustrag betrieben werden.“
Diese Flexibilität war ein entscheidender Faktor, als es um die mögliche Integration von Membrantechnologie in den Prozess ging.
„ScaleUp Bio benötigt Vielseitigkeit in der Downstream-Verarbeitung und erkannte das Potenzial des Alfa Laval MultiSystem Membranfiltrationssystems, ne Anlage zu liefern, die je nach Bedarf vom Pilot- bis zum kommerziellen Maßstab betrieben werden kann“, sagt Johan. Diese beiden Einheiten sowie ein CIP-Skid wurden installiert und haben die Vorinbetriebnahmetests in Singapurs erster lebensmitteltauglicher kommerzieller Fermentationsanlage erfolgreich durchlaufen.
Anfängliche Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Lebensmittel- und Hygienestandards Singapurs wurden während Installation und Inbetriebnahme ausgeräumt.
„Die Partnerschaft mit Alfa Laval zur Beschleunigung der Entwicklung dieser dynamischen und vielversprechenden Branche war von unschätzbarem Wert, um Engpässe für die nächste Ernährungsrevolution durch submerse mikrobielle Fermentation zu lösen. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit“, sagt Aaron Yeo, General Manager bei ScaleUp Bio.
Die Anlage befindet sich im neuen Hightech-Industriegebiet Tuas im Westen von Singapur und bietet Kunden Fermentationskapazitäten zwischen 100 und 10.000 Litern mit Schwerpunkt auf Downstream-Prozessen – so gelingt der reibungslose Übergang vom Pilot- zum kommerziellen Maßstab.
Die zweite Anlage ist ein Forschungs- und Entwicklungslabor im Labormaßstab, das Innovationen im Bereich neuer Lebensmittel unterstützt und mit speziell auf die Anforderungen der alternativen Lebensmittelindustrie zugeschnittener Technik und Services ausgestattet ist.
Im Rahmen dieses Projekts liefert Alfa Laval ein MBPX404 Separationssystem und zwei PilotUnit Multi Systeme, die die Vielseitigkeit bieten, verschiedenste Produkte für Mikrofiltration, Ultrafiltration, Nanofiltration und Umkehrosmose im Batch- oder Semi-Batch-Betrieb zu testen
„Der Schlüssel zum Gewinn dieses Auftrags war unsere Beziehung zum Kunden“, sagt Johan. „Wir haben in den letzten drei Jahren eng mit ihnen zusammengearbeitet, um genau zu verstehen, was sie suchen. Als die Ausschreibung veröffentlicht wurde, haben sie gezielt unsere Anlagen angefragt – wir mussten nur noch den besten Preis und die beste Lieferzeit bieten.“
Diese Projekte haben beiden Seiten wertvolle Erkenntnisse in einer rasant wachsenden Branche gebracht. Für ScaleUp Bio eröffnet sich enormes Potenzial, da das Unternehmen zu einer kleinen, aber wachsenden Gruppe spezialisierter B2B-Anbieter gehört, die Vertragsentwicklung und -fertigung sowie End-to-End-Lösungen zur Förderung von Innovationen in der globalen Food-Tech-Industrie anbieten. Für Alfa Laval zeigt sich, dass das Unternehmen über das richtige Equipment im globalen Portfolio verfügt und bereit ist, neue Ideen vom Labor bis zur kommerziellen Produktion zu begleiten.
„Wir wussten, dass wir diese Projekte unbedingt gewinnen mussten“, so Johan. „Es sind die ersten ihrer Art in Asien und sie werden für Alfa Laval ein großartiges Sprungbrett sein, um unsere Separations- und Membrantechnologie zu präsentieren und wertvolle Einblicke in neue Präzisionsfermentationsprozesse und -anwendungen zu gewinnen. Das Schöne an dieser Branche ist das enorme Potenzial. Wir wissen noch nicht, was alles möglich ist – aber es ist spannend, Teil dieser Entwicklung für mehr Stabilität und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion der Zukunft zu sein.“
Ausgewählte Schlüsseltechnologien
Innerhalb einer Generation benötigen wir bis zu 70 Prozent mehr nahrhafte und gesunde Lebensmittel für eine wachsende Bevölkerung – und das idealerweise bei geringerem Verbrauch von Energie, Wasser und Rohstoffen. Präzisionsfermentation ist entscheidend, um dieses Ziel zu erreichen.
Die Lebensmittelproduktion ist für etwa ein Drittel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die meisten Emissionen entstehen am landwirtschaftlichen Ende der Lieferkette. Durch den Verzicht auf die Tierhaltung kann der Emissions-Fußabdruck von Rindfleisch mit Präzisionsfermentation um 90 Prozent gesenkt werden (UNEP, 2023).
Die Landwirtschaft ist weltweit für 70 Prozent der Süßwasserentnahmen verantwortlich. Auch hier gilt: Durch die Reduzierung des Anbaus von Futtermitteln und der Tierhaltung kann der Wasserverbrauch im Agrarsektor um mehr als 90 Prozent gesenkt werden (UNEP, 2023).